Der deutsche Michel hat es nicht leicht: Energiewende, PKW-Maut, Mietpreisbremse, Negativzinsen, Immobilienpreisanstiege, Lebensversicherungen als Auslaufmodell, ständige Ermahnungen zur privaten Altersvorsorge und dann auch noch der Glaube, der Aktienleitindex sei auf Rekordniveau. Das hat Folgen.
Neuer Rekord im Dezember 2014: 10.000 Punkte, endlich fünfstellig. Überall schaffte es der Deutsche Aktienindex in den vergangenen Tagen endlich mal wieder in die Schlagzeilen. Doch die meisten Deutschen nahmen diese Nachricht – zumal zur Weihnachtszeit – eher schulterzuckend zur Kenntnis. Denn die breite Masse besitzt überhaupt keine Aktien und hat folglich nichts von dem Rekord.
Es ist ein monetäres und psychologisches Drama. Denn dass die Deutschen einen großen Bogen um die Börse machen, liegt ja nicht daran, dass sie kein Geld hätten. 5,15 Billionen Euro haben sie laut Angaben der Bundesbank auf der hohen Kante. Davon liegen jedoch allein zwei Billionen auf Sparbüchern und Tagesgeldkonten, 1,5 Billionen bei Versicherern, und nur 300 Milliarden sind in Aktien investiert.
Bei Lebensversicherungen sinkt der Garantiezins demnächst erneut, auf Sparbüchern und Tagesgeldkonten tendiert die Rendite ohnehin schon gegen Null, und nach den jüngsten Ankündigungen der Europäischen Zentralbank stehen europäischen Banken und Sparern sog. Strafzinsen oder Negativzinsen ins Haus.
Deutsche Aktien dagegen schütten jedes Jahr allein Dividenden in Höhe von rund drei Prozent ihres Wertes aus. Dazu kommt noch das Potenzial für Kurssteigerungen. Es ist alles so logisch und überzeugend – und dennoch kaufen die Deutschen weiterhin keine Aktien. Woran liegt es? Die Deutschen haben große Angst davor, dass sie mit Aktien Geld verlieren, weil die Kurse sinken könnten. Zwei Mal in den vergangenen 15 Jahren haben sie solche massiven Abstürze erlebt. Aus erlittenen sog. Draw Downs erwächst nämlich im Umkehrschluss ein anschließendes Wertaufholungsgebot – nur mit deutlich höherem prozentualen Anspruch. Wer 50% an Wert verloren hat, benötigt demnach 100% an Plus, damit er wieder sein Ausgangsniveau erreicht hat. Der DAX hat in der Vergangenheit schon einmal rund zwei Drittel eingebüßt…
Diese Angst vor Verlusten, die bei den meisten Anlern größer als die Freude an gleich großen Gewinnen ist, wird ganz stark von einer Seite getrieben, die wohl die wenigsten in Verdacht haben: vom DAX-Index selbst. Denn natürlich erinnert sich so mancher, wo der DAX vor der Finanzkrise stand – bei rund 8.000 Punkten. Und wo steht er jetzt? Bei 10.000. Das ist, so die Folgerung, schon viel zu hoch, da muss ja ein Absturz folgen.
Doch diese Folgerung ist nur die halbe Wahrheit. Der DAX steht nicht bei 10.000 Punkten. Er steht in Wahrheit nur knapp über 5.000 Zähler und damit noch unter dem Niveau von 2007.
Das liegt daran, dass beim DAX, wie er immer wieder zitiert wird, die ausbezahlten Dividenden eingerechnet werden. In keinem anderen Land der Welt, an keiner anderen Börse wird dies so gehandhabt. Dort wird der im Fokus der Öffentlichkeit stehende Hauptindex ohne Dividenden berechnet.
Und nur das ergibt Sinn. Denn für die Frage, ob Aktienkurse hoch sind oder nicht, spielen die in der Vergangenheit ausbezahlten Dividenden keine Rolle. Dafür ist einzig und allein der aktuelle Kursstand entscheidend. Interessanterweise gibt es den DAX aber auch ohne Dividenden, als so genannten Kurs-Index, im Gegensatz zum Performance-Index, der die Dividenden einrechnet. Doch den kennt kaum jemand… Dieser DAX-Kursindex erreichte sein Rekordhoch Anfang März 2000 bei rund 6.200 Punkten. Danach stürzte er unter 2.000 Punkte und kletterte dann bis 2007 wieder auf 5.200 Zähler. Dann ging es erneut abwärts bis auf den Stand von 2.500 Punkten – aktuell sind es wieder gut 5.100.
Kurz: Auch der Kurs-DAX erlebte ein heftiges Auf und Ab. Doch er ist heute noch weit von seinen einstigen Kurshöhen entfernt. Das, was der Performance-Index mit seinen 10.000 Zählern suggeriert, kann also nicht 1:1 übernommen werden. Der Kurs-DAX ist nicht auf Rekordhoch, er ist nicht überbewertet, die Kurse sind nicht übertrieben hoch. Denn die Gewinne der Firmen sind längst wieder da, wo sie vor der Krise waren. Die Kurse hingegen nicht.
Chart 1: DAX und DAXK im Vergleich

Quelle: Eigene Darstellung
Der Performance-DAX dagegen lässt mit seinem Rekordhoch die Anleger zurückschrecken. Viel zu spät zum Einstieg, denken sich viele. Inzwischen sind die Kurse aber 20 Prozent höher und in Wahrheit immer noch nicht auf Rekordniveau. Doch jetzt glauben alle, dass bei Ständen über 10.000 Punkten natürlich längst die ultimative Blase aufgepumpt wird. Und sie kaufen wieder nicht, weil sie dem Performance-DAX folgen.
Stattdessen lassen die Deutschen ihr Geld weiter auf dem Tagesgeldkonto und klagen über die Enteignung der Sparer. Die findet unter Berücksichtigung von Inflation und Steuern sicherlich auch statt, führt aber früher oder später zu einem deutlich aufgestauten Anlagedruck, der die Kurse dann deutlich treiben dürfte. Von einer wirklichen Kaufpanik ist der deutsche Aktienmarkt hingegen momentan noch weit entfernt.
Wie sieht es aber in Bezug auf den DAX beim Handelssystem Cubixx aus? In den letzten 12 Monaten betrug die reine Punktedifferenz beim DAX (Performance) rund 380, während der DAX (Kurs) auf lediglich 55 Punkte kam. Cubixx wird primär mit CFDs umgesetzt, die wiederum den DAX-Future spiegeln, der schließlich auf dem Performance-DAX basiert. Fazit: Im Gegensatz zu anderen Produkten, die auf Kurs-Aktienindizes aufbauen, setzen CFDs auf den DAX die gesamte Werthaltigkeit deutscher Blue Chips (= Kursveränderungen plus Dividenden) in Handelsergebnisse um. Damit diese ein positives Vorzeichen für unsere Anleger aufweisen, bedarf es eines differenzierten, flexiblen Handelssystems: HPM Herotaxx Cubixx.